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223 Milliardenschäden durch Cyberangriffe

Stand: 30.08.2021 14:04 Uhr

Es gibt kaum noch Unternehmen in Deutschland, die von Cyberattacken verschont bleiben. Dadurch entstehen inzwischen Schäden im Rekordwert von etwa 223 Milliarden Euro pro Jahr. Das geht aus einer Bitkom-Studie hervor.

Nahezu die komplette Wirtschaft ist einer Studie des Digitalverbands Bitkom zufolge von Cyber-Attacken betroffen. "Niemand kann sich da wegducken", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg in Berlin. Vor allem im Mittelstand habe es deutliche Zuwächse gegeben. In den Jahren 2020 und 2021 waren fast neun von zehn Unternehmen von Datenklau, Spionage oder Sabotage betroffen.

Vor allem Erpressungsvorfälle

Grund für den enormen Anstieg sind demnach vor allem Erpressungsvorfälle, verbunden mit dem Ausfall von Informations- und Produktionssystemen sowie der Störung von Betriebsabläufen. Sie seien meist unmittelbare Folge von Ransomware-Angriffen: Durch diese werden Computer und andere Systeme blockiert, anschließend werden die Betreiber erpresst.

Wie die für die Studie befragten Führungskräfte berichteten, gab es in 59 Prozent der Unternehmen, in denen Home Office grundsätzlich möglich ist, seit Beginn der Pandemie IT-Sicherheitsvorfälle. "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einfach zum Arbeiten nach Hause zu schicken, genügt nicht", erklärte Berg.

Geräte müssten gesichert, Kommunikationskanäle zum Unternehmen geschützt und die Belegschaft für Gefahren durch Cyberkriminalität sensibilisiert werden.

Milliardenschäden durch Attacken

Durch die Attacken entstehen Milliardenschäden. Insgesamt war die Schadenssumme mit etwa 223 Milliarden Euro pro Jahr laut Bericht zuletzt mehr als doppelt so hoch wie in den Jahren 2018 und 2019. Bitkom hatte die Untersuchung vom Januar bis März 2021 durchgeführt und die Unternehmen nach Schäden der vergangenen zwölf Monate befragt.

Aktuell sieht laut Studie jedes zehnte Unternehmen seine geschäftliche Existenz durch die Attacken bedroht.

Die Studie mache deutlich, wie wichtig eine widerstandsfähige Wirtschaft für den Standort Deutschland sei, sagte der Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Sinan Selen. Den Bedrohungen durch Spionage und Sabotage könnten Behörden und Wirtschaft nur durch eine intensive Zusammenarbeit begegnen.